Feininger-Galerie

Exhibitions

14. März - 27. Juni 2010
Lyonel Feininger. Aquarelle und Federzeichnungen aus der Sammlung Dr. Hermann Klumpp

Der Bestand der Lyonel-Feininger-Galerie, die Sammlung Dr. Hermann Klumpp, zählt bekanntermaßen zu den weltweit umfangreichsten und bedeutendsten Konvoluten an druckgrafischen Arbeiten Lyonel Feiningers. Im Vordergrund steht hier vor allem das nahezu vollständig vorliegende Holzschnittwerk mit einer Vielzahl von Probe- und Zustandsdrucken. Leicht übersieht man, dass die etwa 60 Aquarelle und Federzeichnungen in gewisser Weise den heimlichen Schatz der Sammlung darstellen, handelt es sich doch bei den Arbeiten um kostbare Unikate aus der Reifezeit des Künstlers.

Die Arbeiten stammen zum großen Teil aus den 1920er- und 1930er-Jahren und geben eine gute Vorstellung von Feiningers künstlerischen Absichten in der Aquarelltechnik jener Jahre, als Feininger von 1924 bis 1935 den Sommer regelmäßig in Deep an der pommerschen Küste verbrachte. Viele der Aquarelle und Federzeichnungen gehen aus diesem Grund auch auf die unmittelbaren Eindrücke von der Ostsee zurück, die Feininger in unzähligen Bleistiftskizzen, den so genannten Natur-Notizen, festhielt. Neben den Darstellungen von Strand, Meer und Schiffen finden sich unter den Arbeiten auch Ansichten der Städte der Umgebung wie Kolberg und Cammin und weiterer norddeutschen Städte wie Lübeck, Lüneburg und Stralsund. Daneben befasste sich Feininger in einer Reihe von Aquarellen und Federzeichnungen mit dem anderen von ihm bevorzugten Thema, den thüringischen Dörfern.

Die Ausstellung zeigt erstmals sämtliche Blätter, deren Stellenwert in Feiningers Schaffen nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Sichtbar werden der besondere Charakter der Sammlung Klumpp und Feiningers künstlerischer Entwicklungsstand, in den Aquarellen und Federzeichnungen dieser Schaffensperiode stärker als zuvor seine Bilder aus einem feinen Liniengerüst aufzubauen und den gesamten Bildraum aus Architektur, Landschaft und Himmel als durchscheinende und kristalline Einheit zu gestalten.

Die Ausstellung wird von der Stiftung der Sparkasse Quedlinburg und den Stadtwerken Quedlinburg großzügig gefördert.

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Lyonel Feininger
Ostsee-Strand, 1925
Aquarell über Feder
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010  

 

 

Vom 14. März bis zum 27. Juni 2010 zeigen wir außerdem die Ausstellung Lubok. Künstlerbücher aus Leipzig

Seit 2007 geben der Grafiker Thomas Siemon und der der Neuen Leipziger Schule zuzurechnende Künstler Christoph Ruckhäberle im Lubok Verlag in Leipzig originalgrafische Linolschnittbücher heraus. Ursprünglich bezeichnet „Lubok“ die russischen Volksbilderbögen aus dem 19. Jahrhundert, preiswerte Originalgrafik, die auf Jahrmärkten verkauft wurde. Für die Lubok-Serien werden meist jüngere Künstler gewonnen, darunter durchaus namhafte wie Matthias Weischer, David Schnell und Tal R. Der Lubok Verlag hat mit seinen Büchern bereits einige Preise gewonnen, stellte im Museum der Bildenden Künste in Leipzig aus und wurde 2009 zur New York Art Book Fair eingeladen. Faszinierend an den Künstlerbüchern ist, dass es sich um originalgrafische Arbeiten zu günstigen Preisen und nicht um Reproduktionen handelt. In der Feininger-Galerie kann in den bibliophilen Büchern intensiv geblättert werden. Bereichert wird die Ausstellung durch eine Reihe von gerahmten Druckgrafiken der an den Büchern beteiligten Künstler.

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Plakat zur Ausstellung, gestaltet von Christoph Ruckhäberle
Linolschnitt
© Lubok Verlag, Leipzig

Nähere Informationen zu Lubok finden Sie auf www.lubok.de