Die Sammlungen

Die Sammlung Dr. Hermann Klumpp

Lyonel Feininger
Gelmeroda
1920
Holzschnitt
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Informationen zur Sammlung Dr. Hermann Klumpp finden Sie hier.

 

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Conrad Felixmüller
Drei Freunde
1919
Holzschnitt
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Über den einzigartigen Lyonel-Feininger-Bestand hinaus verfügt die Galerie über eine namhafte Dauerleihgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Sie umfasst etwa 100 Werke von Künstlern der Klassischen Moderne wie Emil Nolde, Erich Heckel, Ernst-Ludwig Kirchner, aber auch den Zyklus „Friedericus Rex“ von Lovis Corinth. Mit dieser Dauerleihgabe bekommen auch die Zeitgenossen von Lyonel Feininger in der Sammlung einen prominenten Stellenwert.

Das Land Sachsen-Anhalt

Lyonel Feininger
Gelbe Dorfkirche 3
1930
Druckstock aus Holz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt gelang es 2014, einen Originaldruckstock Feiningers zu erwerben. Die „Gelbe Dorfkirche 3“ wurde 1930 geschnitten und 1931 gedruckt. Einen dieser Originaldrucke hatte bereits der Förderverein angekauft und der Galerie als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Der Nachdruck ist als Schenkung eines Quedlinburgers in den Bestand gekommen. Die drei Facetten eines Werkes bilden ein kunsthistorisch einmaliges Ensemble und dokumentieren zugleich beispielhaftes kulturbürgerliches Engagement für ein Museum. Der Dreiklang wird präsentiert in der Dauerausstellung Lyonel Feininger.

Förderverein

Lyonel Feininger
Verregnet!
Aus: Das Narrenrad. Album fröhlicher Radfahr-Bilder, Verlag „Das Narrenschiff“, Berlin 1898, S. 26
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Sämtliche Ankäufe des Fördervereins für die Lyonel-Feininger-Galerie werden als Dauerleihgaben in den Galerie-Bestand integriert. Dabei handelt es sich neben Werken Feiningers überwiegend um Arbeiten von Künstlern und Künstlerinnen, denen Sonderausstellungen gewidmet wurden. Das Konzept verfolgt das Ziel, die jeweiligen Präsentationen auch im Bestand zu dokumentieren, sodass die Sammlung nach und nach wie ein Werk-Archiv ihr öffentliches Agieren abbildet.

Aus Privatbesitz

Lyonel Feininger
Thüringisches Dorf (Mellingen)
1949
Öl auf Leinwand
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Dieses Gemälde bedeutet eine wichtige Referenz für das Spätwerk Feiningers, das in der Sammlung Dr. Hermann Klumpp nicht vertreten ist.

Aus Privatbesitz

Ludwig Rauch
Noch ein Leben, Wittstock
2002
Fotografie auf Alu-Dibond

„Karl-Völker Stiftung“

Karl Völker
Demonstrationen II
1924
Druckstock aus Holz

Einen herausragenden Bestandszuwachs bedeutet die „Karl-Völker Stiftung“. Dabei handelt es sich um Druckstöcke und Radierplatten des Künstlers Karl Völker (1889–1962), der zu den wichtigsten Vertretern der Klassischen Moderne in Sachsen-Anhalt zählt. Das Konvolut von mehr als 150 Objekten wurde 2014 der Galerie übergeben. Die Stiftung ist mit einem Bestandskatalog dokumentiert. Zugleich wurde mit dieser Stiftung ein neuer Sammlungsschwerpunkt etabliert. Er erweitert den Begriff „Druckgrafik“, indem auch Objekte der handwerklichen Vorstufe von Grafik, wie Druckstöcke oder geätzte Platten, in das Sammelgebiet einbezogen werden.

Hiroyuki Masuyama
Morgennebel im Gebirge (nach Caspar David Friedrich, 1808)
2007
LED-Lightbox
Ankauf durch die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt 2017

Den Bezug zu Werken der Kunstgeschichte exerziert Hiroyuki Masuyama (*1968) neben Joseph Mallord William Turner (1775–1851) ebenso an Caspar David Friedrich (1774–1840). In tausenden Kleinstaufnahmen fotografierte Masuyama die Originalschauplätze und kompilierte am Computer seine „Skizzen“ zu perfekten Bildmasken wie die 2017 angekaufte Arbeit „Morgennebel im Gebirge“. Die in Lichtkästen präsentierten Ansichten überstrahlen die Referenzgemälde und erweitern sie so um eine Dimension. Ausgangspunkt ist immer die Reise zu den Orten der Motive, um Zeitgenossenschaft und Gewesenes als Formen ihrer unterschiedlichen Herstellung sichtbar zu machen. Die so verschmolzenen Raum- und Zeitebenen unterstreichen: Kunst hat immer nur eine Gegenwart. Es ist die, in der das Denken über sie stattfindet.

Schenkung Sabina Grzimek

Die Bildhauerin Sabina Grzimek (*1942) blickt auf ein Schaffen von über 50 Jahren zurück. Ihre Plastiken umfassen alle klassischen Genres vom Porträt über Kleinplastik bis hin zu mehrfigurigen Ensembles im Stadtraum und haben Eingang in prominente Sammlungen gefunden.

Weniger bekannt ist, dass die Künstlerin parallel zu den skulpturalen Aspekten ihrer Arbeit ein umfangreiches grafisches und malerisches Werk entfaltet hat. Unabhängig davon, welchen Gattungen sie sich zuwendet, steht in der Mitte ihres künstlerischen Denkens die Frage, was sich mit Mitteln der Kunst über den Menschen noch sagen lässt, wenn er von Ideologien, Konsum und Naturentfremdung gezeichnet ist und in den Bildwelten der Massenkultur verschwindet. Dieser existenzialistische Ansatz wurzelt in einer Auffassung von der Moderne, die eine letzte Rückbindung an die sichtbare Welt nicht aufgegeben hatte und die Krise der gegenständlichen Weltvermittlung zu einem eigenen Thema machte. Der Impuls, die menschliche Gestalt dennoch für unverzichtbar zu halten, speist sich aus der Überzeugung, dass die soziale Unkenntlichkeit des industrialisierten Menschen nicht bis in den Urgrund der Selbsterfahrung durchdringen darf. Dieser Urgrund ist der menschliche Körper, der als geistige Figur der Kunst das jeweilige Weltverhältnis einer Gesellschaft in Relation zu jedem einzelnen bringen kann. Auch das grafische Werk der Bildhauerin setzt hier an.

Im Zuge der Ausstellung „Sabina Grzimek. Aus den Zeiten. Radierungen und Übermalungen" vom 16.09.2017 bis 09.01.2018 in der Feininger-Galerie schenkte die Künstlerin der Galerie alle 129 Arbeiten auf Papier, die in der Ausstellung gezeigt wurden.

Die Kupferstichsammlung der Welterbestadt Quedlinburg

Am 11. Oktober 2017 wurde zwischen der Kommune Quedlinburg und der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ein Kooperationsvertrag geschlossen. Dessen Gegenstand ist die wissenschaftliche Erarbeitung der Kupferstichsammlung Quedlinburgs durch die Lyonel-Feininger-Galerie, die als „Museum für grafische Künste“ die plausibelste Institution für die umfassende museale Betreuung solch einer Sammlung ist. Der Bestand von etwa 5.000 Grafiken aus drei Jahrhunderten soll in der Form eines Langzeitprojekts von beiden Seiten auch durch das Einwerben von Fördermitteln für die aufwändigen Recherchen vorangetrieben werden. Zugleich versteht sich die Kooperation als Signal in die Region und in das Land, bei überall schwindenden Ressourcen nach Partnerschaften zu suchen, die dabei helfen, den Kunstschätzen vor Ort auch eine Öffentlichkeit zu verschaffen. In regelmäßigen Abständen wird unter dem Titel „Meisterwerke. Die Kupferstichsammlung der Welterbestadt Quedlinburg“ eine Kabinettausstellung eingerichtet, die bestimmte erarbeitete Teile der Sammlung präsentieren (2016, die nächste folgt 2019).