Sabine Moritz

Lobeda oder die Rekonstruktion einer Welt

28. August 2022 bis 8. Januar 2023

 

Die Herbstausstellung 2022 der Lyonel-Feininger-Galerie widmet sich dem Schaffen der in Quedlinburg geborenen, international renommierten Künstlerin Sabine Moritz mit einem Fokus auf ihre frühe Werkserie "Lobeda".

1991, noch während ihres Studiums, begann Sabine Moritz mit der Arbeit an der Werkgruppe: Die mehr als 150 Zeichnungen umfassende Serie entstand aus der Erinnerung und fokussiert die Lebenswelt in der Jenaer Plattenbau-Trabantenstadt Neulobeda, in der die Künstlerin von 1973 bis 1981 lebte: Plätze und Häuser, Zimmer und Möbel – mal sind es Ansichten eines größeren Gebiets, mal eines Details dieser Welt.

Immer wieder taucht die Lobeda-Thematik in verschiedenen Ausführungen in Moritz Werk auf: in Öl- oder Acrylmalerei auf Papier und Leinwand sowie in Fotografien. Die Serie "Lobeda" ist eine künstlerische Suche, eine Feldforschung und bezeichnet sowohl den Versuch, das Leben in Lobeda umfänglich zu erfassen, als auch das Ausloten von Erinnerungsprozessen, vom Persönlichen bis zum Kollektiven.
Moritz beschreibt, dass das Leben als Kind in einer Plattenbau- siedlung für sie auch mit dem Gefühl des Verlorenseins verbunden war: "überall war alles gleich – die Eingänge, Fahrstühle und Flure haben sich kaum unterschieden. Als Kind hatte ich anfangs Angst, nicht mehr das richtige Haus zu finden. Es war eine der ersten Aktionen nach der Wende, dass man versucht hat, die Gebäude mit verschiedenen Farben bunt zu gestalten."

In der umfangreichen Serie erfüllt sich, was Moritz sich vorgenommen hat: "Ich wollte den Eindruck haben, dass ich in den Bildern herumgehen könnte."

Die Ausstellung gibt mit rund 130 Arbeiten, darunter Zeichnungen, Farbstudien, Gemälde und Fotografien, einen umfassenden Querschnitt durch die Werkgruppe "Lobeda".

Blicke in die Ausstellung

Biografie

Sabine Moritz wurde 1969 in Quedlinburg geboren.

Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Jena-Lobeda.

1985 verließ die Familie die DDR und zog nach Darmstadt.

1989 begann Moritz ein Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main und setzte ihre Ausbildung 1991 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf fort – zunächst in der Klasse von Markus Lüpertz und ab 1992 bei Gerhard Richter.

Mit Ausstellungen im In- und Ausland, u. a. in Berlin, Bremerhaven, Köln, Rostock, Düsseldorf, Wuppertal sowie in Zürich, Paris, London, Seoul, New York, zählt die Malerin zu den international renommierten, deutschen Künstlerinnen unserer Zeit.

Sabine Moritz lebt und arbeitet in Köln.

Katalog zur Ausstellung

Christian Philipsen/Gloria Köpnick (Hrsg.), Sabine Moritz. Lobeda oder die Rekonstruktion einer Welt // Lobeda or the Reconstruction of a World (Petersberg 2022), Ausstellungskatalog, Hardcover, dt. und engl., 128 Seiten.

978-3-7319-1270-5
19,90 Euro (vor Ort im Museumsshop während der Ausstellungslaufzeit), 22,00 Euro (bei Versand und nach Ausstellungsende)

Öffnungszeiten

Mi–Mo und Feiertage: 10–18 Uhr
Di: geschlossen

Eintrittspreise

Eintritt: 8 € | erm. 5 €
Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Lyonel Feininger- Dauerausstellung.

Informationen zu ermäßigten und freien Eintritten

Online-Ticketshop

Ausstellungsflyer

Ausstellungsflyer

Führungen

Öffentliche Führungen finden jeden Samstag von 16:30–17:30 Uhr statt.

Online-Ticketshop

Weitere Veranstaltungen

Publikationen

Zusätzlich zum umfassenden Ausstellungskatalog erscheint auch ein kostenloser Kurzführer in Leichter Sprache.

Actionbound-App

Es steht ein interaktiver, digitaler Museumsrundgang für das eigene Smartphone zur Verfügung: Dazu einfach die kostenlose Actionbound-App herunterladen. Den QR-Code zum Bound gibt es vor Ort an der Kasse.

Alle Werke ©Sabine Moritz 2022
Blicke in die Ausstellung ©Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Fotos: Ray Behringer