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Aktuell

Meisterwerke II - Schwarzkunst. Die Radierungen von Anthonie Waterloo aus der Kupferstichsammlung der Welterbestadt Quedlinburg

21.9.2019–6.1.2020
Sonderausstellung im Obergeschoss

Das 17. Jahrhundert ist eine Epoche der bürgerlichen Emanzipation, die nach neuen Formen der Selbstbefragung verlangte. So brachte das Goldene Zeitalter der Niederlande (Gouden Eeuw) Weltkünstler wie Rembrandt oder Jan Vermeer hervor. Auch ein Kunstmarkt entstand. Zeitweise arbeiteten um die 700 Künstler in den Gilden dieses prosperierenden Landes. Einer von ihnen war der heute fast vergessene Anthonie Waterloo.

Von ihm sind nur wenige Gemälde erhalten geblieben. Sein Hauptwerk sind, neben zahlreichen Zeichnungen, 136 Radierungen mit Landschaftsdarstellungen, die in der Ausstellung allesamt gezeigt werden. Sie entfalten die ganze Bandbreite des motivisch Möglichen – Panoramen, Seestücke, Hügel- und Felsformationen, Pastoralen und vor allem Waldgegenden. In der Bildgestalt jedoch sucht Waterloo etwas, was die Vielfalt der Anblicke wieder vereint: Die Kunstnatur der Idylle, in der auch die großen Ereignisse klein werden. Selbst biblische und mythologische Szenen spielen nur Nebenrollen in den Kulissen des Waldes. Nicht anders als Jäger, Wanderer oder Schäfer, die als Staffage-Figuren die Landschaft durchstreifen, unmerklich fast, verschmolzen manchmal sogar mit der Lineatur des Bilduntergrunds. Geäst und Blattwerk der Bäume hingegen sind fein und detailliert ausgearbeitet. Mit seiner Spezialisierung war Waterloo sehr erfolgreich – bis ins späte 18. Jahrhundert wurden Editionen seiner Radierungen neu gedruckt und verlegt.

Die Drucke bezeugen Waterloos technische Meisterschaft. Nach der Ätzung betont er die Konturen der Baumstämme durch die Verwendung des Grabstichels. Mit der Kalten Nadel überarbeitet er kleinere Äste und das Blattwerk. Der Bildvordergrund grenzt sich so durch sein tieferes Schwarz vom schwach geätzten Bildhintergrund ab. Mit der Kombination dieser drei Tiefdruckverfahren hatte Waterloo eine Bildsprache gefunden, die seiner Suche nach einer ausgleichenden Weltharmonie kongenial entsprach.

Things to come. Eine Film-Installation über László, Lucia und Sibyl Moholy-Nagy

von Angela Zumpe (Film-Installation) und Oliver Held (Skript)
Musik: Ilja Coric

2. Oktober bis 2. Dezember 2019
Sonderausstellung im Seitenflügel

Die Film-Installation THINGS TO COME thematisiert auf mehreren Projektionsflächen in verschiedenen Szenen Ereignisse aus dem Leben des Bauhaus-Meisters László Moholy-Nagy und seiner Partnerinnen Lucia und Sibyl zwischen 1929 und 1935. Es ist die Geschichte eines visionären Lichtdesigners, der am Massengeschmack des Kinopublikums scheitert.

Inspiriert von Entwürfen László Moholy-Nagys (1895–1946), des experimentellsten unter den Bauhaus-Künstlern, werden mit Projektoren und Lichtquellen Strukturen und Bilder auf Flächen im Raum verteilt. Mit Hilfe heutiger Digitaltechnik sind Momente aus Moholy-Nagys bewegtem Leben in jenem Stil zu sehen, der dem Künstler in den 1930er Jahren als das Kino der Zukunft vorgeschwebt haben mag.
Von der politischen Linken als „Salonkommunist“ beschimpft, von der politischen Rechten als „Kulturbolschewist“ diffamiert, stellte sich für das Moholy-Trio die Frage einer künstlerischen Moral. Eine Debatte, die bis in unsere Gegenwart andauert.

Flyer zur Ausstellung (PDF, 1.7 MB)


THINGS TO COME ist ein Projekt der Kunstsammlungen Sachsen-Anhalt und erlebte seine Premiere am 22. Juni 2019 im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Vom 14.12.2019 bis 12.01.2020 wird die Film-Installation in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau präsentiert, die seit dem 31.12. 2011 für eine umfassende Sanierung geschlossen war und nun mit THINGS TO COME vor der offiziellen Neueröffnung 2020 erstmals wieder für das Publikum geöffnet wird. Damit kehrt der Bauhaus-Meister Moholy-Nagy am Ende des Bauhaus-Jubiläumsjahres 2019 mit der Film-Installation von Angela Zumpe wieder an den Ort seines Wirkens zurück.

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Rückblick

25.5.-2.9.2019
Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus

25.5.-2.9.2019
rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder

10.11.2018 – 07.01.2019
1918 – 2018. Das Ende der Mythen. Feldstudie Verdun. von Thomas Hadelich, Friederike Nottrott, Bernd Papke, Katrin Ruhnau, Chris Wohlfeld (Katalog)

19.09.2018 – 07.01.2019
Licht Raum Magie. Fotografie | Fotografik. von Klaus Dierßen (Katalog)

19.05.–03.09.2018
Felix Martin Furtwängler. Peintre Graveur. Buch-Kunst-Druck (Katalog)

03.02.–30.04.2018
Willkommen im Abschied. Fotografische Positionen über Fremdheit und Nähe von Ira Thiessen, Julia Runge und Semjon Prosjak (Katalog)

27.2.–1.6.2018
Vom Nutzen der Bilder oder die Schönheit der Wissenschaft. Friedrich Justin Bertuch. Kolorierte Kupferstiche aus dem „Bilderbuch für Kinder“ (1790–1830)
Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Julius Kühn-Institut und der Lyonel-Feininger-Galerie

28.10.2017–29.01.2018
Stefan Wewerka. Verschiebung der Kathedrale. Grafik, Fotografie und Montagen (Katalog)

16.09.2017–09.01.2018
Sabina Grzimek. Aus den Zeiten. Radierungen und Übermalungen (Katalog)

06.05.–21.08.2017
Walter Libuda. Magische Areale. Arbeiten mit Papier (Katalog)

28.01.–17.04.2017
EN 548. Linolschnitt heute. Internationale Positionen im Preisträgerwettbewerb der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen

28.01.–17.04.2017
Cut and close. Linolschnitte von Claas Gutsche

seit 18.01.2017
Neuinszenierung der Dauerausstellung Lyonel Feininger. Sammlung Dr. Hermann Klumpp

29.10.2016–09.01.2017
30 Meisterwerke. Die Kupferstichsammlung der Welterbestadt Quedlinburg (Katalog)

24.09.2016–09.01.2017
Bauhaus am Schlossberg. 30 Jahre Lyonel-Feininger-Galerie (Teil 2)

24.08.–30.09.2016
Gerd Rohling in der Feininger-Galerie als Korrespondenzstandort der II. MKH Biennale Halberstadt: „WAS WIRD SEIN - von jetzt an?“

25.06.–19.09.2016
Bauhaus am Schlossberg. 30 Jahre Lyonel-Feininger-Galerie (Teil 1, Kurzführer durch die Dauerausstellung)

25.06.–19.09.2016
30 Meisterwerke I. Klassische Moderne aus eigenem Bestand

19.03.–30.05.2016
Waldstaub. Pastelle von Wieland Payer (Katalog)
Lichtfeld. Fotografische Rekonstruktionen der Romantik in Lichtkästen von Hiroyuki Masuyama

31.10.2015–03.01.2016
Pinturas. Die Gegenwart der Welt. Karl Oppermann zum 85. Geburtstag (Katalog)

24.10.2015–28.02.2016
bild:schön. Randzonen der Zeichenwelt. René Schäffer [Fotografie] und Sebastian Gerstengarbe [Zeichnung]

19.08.–27.09.2015
Romantische Nachwelt. Wilhelm Steuerwaldt zum 200. Geburtstag

13.07.–11.10.2015
Narrenrad und Rädernarr. Fahrradkarikaturen von Lyonel Feininger und seinen Zeitgenossen (Katalog)

13.03.–28.06.2015
Stone Talking. Der Stein spricht. Zeitgenössische Lithografie der „Edition Copenhagen“ (Katalog)

21.11.2014–22.02.2015
Der Mensch ist ein Geheimnis. Druckgrafik, Zeichnung, Künstlerbuch, Video. Arbeiten der Grafik-Klasse Thomas Rug. Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle

21.11.2014–22.02.2015
Gut zum Druck. Die Stiftung Karl Völker (Katalog)

20.06.–02.11.2014
Ludwig Rauch. Noch ein Leben. Fotografie (Katalog)

07.03.2014
Einrichtung der Dauerausstellung Lyonel Feininger: Sammlung Dr. Hermann Klumpp, mit vierteljährlichem Wechsel der Druckgrafik

07.03.–01.06.2014
WOLS. Das große Mysterium. Eine Kooperation mit dem Museum Wiesbaden (Katalog)

18.01.–23.02.2014
Das Mythengebirge I. Harzmotive aus drei Jahrhunderten

Alle früheren Ausstellungen der Lyonel-Feininger-Galerie finden Sie hier als PDF zum Download.
Ausstellungsarchiv 1986–2013